Auf ein Neues und weitere zehn Jahre Urban shorts – Das Metropole Magazin
Quelle: us.©

10 Jahre Urban shorts

Aus Frankfurt-Rhein-Main

... und den Metropolen dieser Welt

Urban shorts – Das Metropole Magazin gibt es seit nunmehr zehn Jahren. Zehn Jahre schauen wir auf Frankfurt-Rhein-Main und – durchaus doppeldeutig gemeint – auf die Metropolen dieser Welt. Für uns ein Grund, das Jubiläum in diesem Jahr mit einem »Best of 10« zu feiern. In der ersten Jahreshälfte lesen Sie in dieser Rubrik einige der besten, am meisten gelesenen und in der Regel aktualisierten oder großteils sogar noch aktuellen Beiträge aus diesen zehn Jahren. Dazu wird die Ausgabe jeden Monat noch ein wenig »aufgefrischt«; mit neuen Beiträgen, aber auch noch ein wenig aus dem reichen Fundus der vergangenen zehn Jahre. Die neuen Beiträge finden sich in dieser Zeit auf der Titelseite und im Ressort »Agenda«. Und zur Jahresmitte – so viel sei verraten – gibt es dann nicht nur eine neue, sondern auch eine ganz neue Ausgabe: im neuen Design und auch mit einigen ganz neuen Inhalten … (red.).


Nicht selten verschwimmen in (Offenbacher) Ateliers Kunst und Raum
Quelle: Veronika Scherer©

Offenbach | Offene Ateliers

Offenbacher. Künstler. Sichten.

29.-31. Mai | Das etwas andere Kunstfestival

Eigentlich ist Offenbach ja der Ort, auf den man von Frankfurt aus traditionell entweder von oben herabschaut(e) oder über den man immer gerne mehr oder minder originelle Witze macht(e). Dies galt lange Zeit auch, was die Kunst und die Künstler*innen anging. Doch seit geraumer Zeit ändert sich dies. Und längst gibt es auch immer mehr Gründe dafür. Im Zentrum der Veränderung steht die umtriebige Kreativ(en)schmiede HfG. Lange Zeit im Schatten der berühmten Frankfurter Städelschule, hat die Offenbacher Hochschule für Gestaltung mit dieser mittlerweile wohl gleichgezogen – und zwar auch auf deren eigenem, dem künstlerischen Feld. In deren Umfeld hat sich längst eine beachtliche kreative Szene entwickelt, die sich mittlerweile nahtlos in eine Gesamtkulturszene Frankfurt-Offenbach einfügt. Eine Szene, die ohnehin immer stärker miteinander verwoben ist und deren Offenbacher Teil auch einem überproportionalen Wachstum unterliegt, ziehen doch auch immer mehr Frankfurter Künstler*innen angesichts steigender Miet- und Atelierpreise gen Osten … (weiter lesen).


Kulturschaffende beim Arbeiten, beim Wohnen, beim Leben
Quelle: Sibylle Lienhard©

Künstler. Innen. Orte.

Zwischen Wohnung und Wäscherei

Wie Kulturschaffende Raum für Kultur schaffen

Wie schaffen Kulturschaffende Räume für Kultur? Wie wohnen, wie arbeiten, wie leben sie? Diesen Fragen geht das Projekt »Künstler. Innen. Orte.« mit einer Porträtreihe in Form von Ausstellungen und Artikelserien über Kulturorte und Kulturschaffende in der Rhein-Main-Region nach. Den Auftakt bildete die gleichnamige Ausstellung »Künstler. Innen. Orte.«, die im Oktober 2025 im Foyer des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach u.a. gemeinsam mit Oberbürgermeister Felix Schwenke eröffnet wurde. Zehn Künstler*innen – also genauer natürlich: ihre Porträts aus Fotos und Texten regionaler Fotograf*innen und Autor*innen – waren dort mehrere Wochen zu Gast. Am letzten Novemberwochenende schloss dieses »Atelierhaus« wieder. Und drei der Künstler*innen verließen dabei ihr Offenbacher »Künstler*innenhaus« und bezogen gemeinsam mit einem weiteren, neuen Künstler in Frankfurt-Höchst ein neues Zuhause: eine »Residenz« im Kulturraum B 25, wo sich im Laufe des Jahres 2026 – dann im monatlichen Wechsel – immer neue Artists in Residence anschließen werden. Ein ganz normales Künstler*innen-Dasein, das wie so oft auf Zeit und an wechselnden Orten angelegt ist. Ende Mai 2026 kehren einige der Künstler*innen wieder zurück nach Offenbach und geben ein neuerliches Gastspiel an verschiedenen Orten der diesjährigen »Kunstansichten«, welche Urban shorts – Das Metropole Magazin in diesem Jahr auch als Medienpartner begleitet … (weiter lesen).


Kunst korrespondiert mit Kunst in der Region
Quelle: Bernd Essling©

Region | Biennale am Main

Künstler. Innen. Schauen.

Vier Häuser voller Kunstkorrespondenzen

Zugegeben: Das kleine Türmchen ist etwas versteckt am Rande der Altstadt und nahe am Main gelegen. Wenn man/frau mit Öffentlichen vom Bahnhof aus kommt, müssen sie schon einmal »mittendurch« über einige Plätze und durch einige Gassen. Und ja: Flörsheim, um dessen Altstadt es geht, ist jetzt auch nicht gerade der »Nabel« der Kunst- und Kulturszene der Region. Umso mehr überrascht, was sich in dem kleinen mittelalterlichen Türmchen und dem neuzeitlichen Anbau auftut. Vier, teils großzügige Stockwerke Ausstellungsraum vom Feinsten. Und mehr noch: Alles gut gefüllt mit Werken von Kunst- und Kulturschaffenden aus der fast schon gesamten Region, wie man sie auch in Darmstadt, Wiesbaden oder Frankfurt in dieser Fülle abseits der Museen nicht jeden Tag sieht. Michelle Concepción, Nandu Kriesche oder das Duo Moritz Schneidewendt & Paul Pape sind vertreten. Namen, die sehr wohl ein Stück Kunst- und Kulturszene der Region sind (mehr lesen).


Heba, Wend-Giida, Ayan, Maryam, Helen
Quelle: Sandra Mann©

Best of 10 | Fünf Frankfurterinnen

Frauen aus dieser Welt

Geschichten von Flucht und Ankommen

Rund sechs Millionen Menschen hat Putins Krieg in der Ukraine mittlerweile außer Landes getrieben. Europa erlebte die größte Flüchtlingswelle seit 2015. Doch Krieg ist nicht der einzige Grund, Menschen in die Flucht zu treiben. Weltweit sind weit über 80 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Manche, weil das Klima sie vor Ort nicht mehr leben lässt. Manche, weil Hunger ihnen ein Überleben unmöglich macht. Manche, weil sie Frauen sind. Seit 2015 haben viele dieser Menschen in Deutschland eine neue, eine zweite Heimat gefunden. Die Frankfurter Fotografin Sandra Mann hat fünf Frauen porträtiert, die seit damals aus fünf Ländern dieser Welt nach Frankfurt gekommen sind. Fünf Frauen aus Syrien, aus Afghanistan, aus Burkina-Faso, aus Eritrea, aus Somalia. Fünf Menschen zwischen den Kulturen, die aus unterschiedlichen Gründen geflohen sind und die in Frankfurt Sicherheit und ein neues Zuhause gefunden haben. Fünf Frauen, mit Kindern, die Fuß fass(t)en. Im schwierigen Umfeld, in Containern, in kleinen Hotelzimmern, in Hochhäusern. Die Theater spielen, Menschen pflegen, Ausbildungen machen (gerne hätte Mann auch mehr Künstlerinnen oder Medienschaffende mit aufgenommen, die sie aber zu Anfang nicht fand für ihr Projekt). Unspektakulär und doch empathisch hat Sandra Mann diese Alltage fotografiert und in ihrem White Room die Frauen sich auch selbst inszenieren lassen. Den Frauen auch in ihrer jeweils eigenen Fotografie Raum zu geben, war der Fotografin dabei besonders wichtig. Ergänzt werden die fünf Fotostrecken dezent durch private Bilder der Protagonistinnen von ihrer Flucht oder aus ihren früheren Leben sowie durch kurze Texte, welche die Frauen selbst geschrieben haben – über sich, über ihre Geschichte, über ihr(e) Leben. Fünf Geschichten, denen die Frauen selbst den Titel »Extreme Veränderung« gegeben haben. Fünf Geschichten, die vom Leben in dieser Welt erzählen. Fünf Geschichten von fünf Frauen, die dabei sind, Frankfurterinnen zu werden und dabei – teils zum ersten Mal – ihr eigenes Leben leben können. Fünf Geschichten, die Urban shorts – Das Metropole Magazin an dieser Stelle eins zu eins so stehen lassen und präsentieren möchte: als kurzen Ausschnitt aus den Leben dieser Frauen und als kurzen Ausschnitt aus einer Porträtreihe, welche die Fotografin gemeinsam mit dem Frauenreferat der Stadt als Buch herausgegeben hat. 2022 waren die Porträts auch einmal als Ausstellung im Frankfurter Haus am Dom zu sehen … (vss.).


Eine von vielen kleinen grünen Gemeinschafts-Oasen im Herzen Frankfurts
Quelle: Stefanie Kösling©

Urban_Green | Gärtnern

Grüne Oasen des Miteinanders

Urbanes (Er-) Leben in Gemeinschaftsgärten

Im Bewusstsein für Nachhaltigkeit steigt das Interesse an neuen Formen der Gemeinschaft, der (Selbst-) Versorgung und des Umgangs mit Lebensmitteln. Gemeinschaftsgärten liegen im Trend – für mehr Regionalität von Lebensmitteln oder für eine Ökologie, die energieaufwendige Transporte vermeiden und Wasser sparen hilft. Oder auch im Wunsch nach urbanem Grün und Gemeinschaft.  

Man findet sie immer öfter in Hinterhöfen, auf freien Flächen, manchmal buchstäblich am Wegrand: kleine grüne Oasen, mit Hochbeeten, Gemüse und Obstbäumen, kleinen Bänken und Feuerstellen, dazu wuselnde Menschen, die Blumen gießen, Tomaten ernten oder einfach plauschen. Immer öfter suchen Großstadtbewohner*innen, die keinen eigenen Garten haben, nach solchen Gemeinschaftsgärten. Sie ermöglichen das Anbauen von Lebensmitteln zusammen mit Gleichgesinnten auf öffentlich zugänglichem Boden. Die Teilnehmer*innen versorgen sich ein Stück weit selbst, entwickeln ein gutes Gefühl für die Umwelt und haben ganz nebenbei Gewissheit über Herkunft, Frische und Natürlichkeit ihrer Ernährung. Als Nebeneffekt tragen sie zur Veränderung ihres Stadt- oder Stadtteilbildes bei und schaffen Orte für Begegnungen – für sich und andere, die oftmals rasch hinzukommen. Die Idylle dieser kleinen Gärten bietet nicht nur Zeit zum Unterhalten und Gärtnern, sondern auch eine gute Gelegenheit, eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen. Auf einer Bank zwischen den Hochbeeten sitzend und umhüllt vom Geruch des Frühlings. Rings herum ein paar farbenfrohe Blumen und in den Ohren das Summen der Bienen …

Auch in Frankfurt gibt es immer mehr Zulauf für solche Projekte. Sie unterscheiden sich zwar in vielerlei Hinsicht, doch verfolgen sie alle die selben Ziele: Gemeinschaft und nachhaltige Lebensmittel. Manche sind themenbezogen, bauen zum Beispiel interkulturelle Lebensmittel an und bringen auf diese Weise auch unterschiedliche Kulturen näher zueinander. Andere sind einfach durch die Menschen geprägt, die sich nicht selten zufällig für sie oder in ihnen zusammengefunden haben. Durch das Entstehen und Fördern solcher Projekte, entwickelt sich ein Bewusstsein gegenüber der Umwelt, aber auch der Bezug zur Gesellschaft selbst. Als Gemeinschaftsgarten besteht außerdem die Möglichkeit einer Kooperation mit Institutionen, etwa einem Biobauernhof, von dem Grundnahrungsmittel bezogen werden können. Das erleichtert vor allem den Einstieg in den Gemeinschaftsgarten. Gebraucht wird oft nicht viel: tatkräftige, engagierte Helfer*innen, die bestenfalls schon Erfahrung mit dem Gärtnern haben, und die Fläche, welche bepflanzt werden soll. Um Orte und interessierte Menschen zu finden, gibt es soziale Netzwerke wie »Urbane-Gärten.de«, »Nebenan.de« oder »Nachbarschaft.net«. Sie ermöglichen die  Präsentation des eigenen Projektes und die Kommunikation mit anderen, Tipps und Erfahrungen können dort ausgetauscht werden. Empfehlenswert ist auch die Stiftung »Anstiftung.de«. Auch über sie lassen sich Gleichgesinnte finden. Sie listet aber auch weitere Stiftungen, die Gemeinschaftsgärten finanziell unterstützen. Oder man schaut sich gleich nach größeren Projekten in der Stadt um. Dazu gehören etwa »Die Gemüseheldinnen«, die einst am Günthersburgpark ihren Anfang nahmen und mittlerweile längst Ableger in anderen Teilen der Stadt »gezogen« haben. Oftmals reicht aber auch ein Streifen durch die Nachbarschaft und ein Fragen, ob man mitmachen könne. Grundsätzlich gilt also: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Oder in diesem Falle: ein Gartenweg … (lsw.).