Sommer ist Festivalzeit. In Frankfurt manifestiert sich dies vor allem an zwei Orten: am Main und im Günthersburgpark. Dort liefern sich die beiden Festival-Klassiker der Stadt quasi ein Fernduell. Am Main schlägt Ende Juli einmal mehr die Sommerwerft ihre Zelte auf (auch wenn diese seit Corona vor allem Bühnen geworden sind und ansonsten fast nur noch ein luftiges Beduinenzelt übriggeblieben ist). Zwei Wochen lang beleben Straßentheater, Performances und Konzerte das Ufer, engagiert, alternativ, spektakulär und zuweilen schräg. Das Konkurrenzprogramm ist das eher traditionelle Stoffel – kurz für Stalburg Theater Offen Luft – auf den Wiesen des Günthersburgparks, das fast zeitgleich auch in diesem Jahr wieder mit Kabarett und Konzerten lockt. Eines haben beide gemeinsam: Sie ziehen an guten Tagen Tausende Menschen auf ihre Plätze. Und mittlerweile gibt es auch noch eine Gemeinsamkeit: Während zur Sommerwerft schon immer der kultige Sonntags-»Flowmarkt« (an allen drei Sonntagen) gehörte, etablierte der Stoffel vor zwei Jahren einen Nachtflohmarkt. Na ja, genau genommen einen Abend-Flohmarkt, von 18 bis 22 Uhr an zwei Montagen …
Neben den beiden Klassikern gibt es auch in diesem Jahr wieder viele andere kleinere Freiluftfestivals sowohl in Frankfurt als auch in der gesamten Region. Wenn Corona etwas Gutes mit sich brachte, dann den Boom solcher Open-Air-Festivals. In Wiesbaden hat sich in den letzten Jahren das »Poesie im Park« als vielseitiges Festival für die ganze Familie etabliert. In Oberursel geht der ebenfalls längst fest im Kalender verankerte »Orscheler Sommer« in eine erneute Saison. In Bad Vilbel dient einmal mehr die traditionsreiche Burg als Kulisse für ebenso traditionsreiche »Burgfestspiele«. Hanau feiert seinen schon etablierten »Kultoursommer«. »Mainz lebt auf seinen Plätzen« ist hingegen das seit vielen Jahren bereits etablierte Format der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt (Programm 2026 noch nicht veröffentlicht). Und last but not least hat auch Offenbach Anfang September noch sein passendes Festival. Analog zum selbstgewählten und -ironischen Stadt-Claim »Offenbach am Meer« gibt es entlang des Mainufers an verschiedenen Locations noch das »Riviera-Festival« für die Club- und Popkultur. Viele gute Gründe also, zumindest neben Stoffel und Sommerwerft auch noch mal die Region zu erkunden. Zumal die Liste damit noch weit davon entfernt ist, vollständig zu sein … (ver.).






