Gerade dann, wenn starke politische Zentrifugalkräfte wirken, sind Kulturorte, ihre Akteurinnen und Akteure sowie ihre Programme für kulturelle und gesellschaftliche Bindungskräfte unerlässlich. Sie sind weit mehr als Veranstaltungsräume. Sie sind Plattformen für kreative Prozesse, gesellschaftlichen Austausch und regionale Identität. Durch ihr Engagement tragen die vielfältigen Menschen an den Kulturorten wesentlich dazu bei, dass Frankfurt-Rhein-Main nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein kreatives, kulturelles und demokratisches Zentrum ist – und bleibt. Darin liegt eine besondere Stärke: Durch Kooperationen, gemeinsame Projekte und den Austausch von Ideen entsteht ein dynamisches Netzwerk für die gesamte Region.
Viele gute Beispiele lassen sich benennen: die Centralstation in Darmstadt, der Club Voltaire in Frankfurt, die Kulturinitiative Maximal in Rodgau, der Jazzkeller in Rödermark, der Flörsheimer Keller, das Eschborn K, die Frankfurter Romanfabrik und das Produktionshaus Naxos. Dazu kommen die Bürgerhäuser wie in Dreieich und Schwalbach oder Stadtbibliotheken, beispielsweise in Hanau, Bad Vilbel und Hofheim. Sie alle sind es wert, gekannt, besucht und unterstützt zu werden. Hinter all diesen institutionellen Adressen stehen Menschen. Menschen, die Vernetzung und Zusammenarbeit als Schlüssel zu kultureller Vielfalt und Qualität verstehen – als Grundpfeiler gesellschaftlichen Miteinanders. Sie fördern mit ihrer Zeit und ihrem Engagement tagtäglich Dialog und Teilhabe, Vielfalt und Innovationskraft.
Weitere wichtige Ankerpunkte hierfür sind die Basis in Frankfurt als offenes Kunst- und Atelierhaus, das seit Jahrzehnten experimentelle Formate stärkt, oder die Walkmühle in Wiesbaden, ein Ausstellungs- und Atelierort mit vielfältigen Themen und Anknüpfungspunkten. Die Landungsbrücken Frankfurt zeichnen sich ebenso durch eine einladende, kooperative und eben inspirierende Arbeitsweise aus wie das Atelier Wäscherei und das Scape°, beide in Offenbach. Auch das Kunsthaus Taunusstein ist zu einem wichtigen und vernetzten Ort für Kunst und Kultur in der Region geworden, und das Schanz in Mühlheim leistet ebenso einen substantiellen Beitrag zu dieser kulturellen Vielfalt. Jüngstes Beispiel dieser Reihe: der WerkRaum Wiesbaden, der sich im Jahr der World Design Capital 2026 als zentraler und offener Kultur- und Netzwerkort in der Innenstadt der Landeshauptstadt etabliert. Sie alle schaffen Räume für Begegnung, Austausch und kreative Entfaltung und beweisen, dass Kultur nicht nur eine Frage der institutionellen Größe, sondern gerade auch eine des Engagements, der Haltung, der Leidenschaft und des Miteinanders ist − und das Zeugnis der vielen engagierten Kulturakteurinnen und -akteure in der gesamten Region Frankfurt-Rhein-Main. Das verdient herzlichen Dank, Anerkennung und Unterstützung.






